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Ich habe meine 11jährige Tochter gefragt, ob „Lernen“ für sie ein positives Wort ist. Antwort: Nein.

Nachfrage: Auch nicht manchmal, z.B. in deinem Lieblingsfach? Antwort: Nein, nie. Einwand: Aber du bist doch eine Einser-Schülerin, die sogar Latein mag (von mir hat sie das nicht)? Und du liest doch ununterbrochen, wenn du nicht in der Schule bist? (Nämlich über das Mittelalter, über germanische Mythologie, so etwas. Offiziell legt sie Wert darauf, Computer und Internet als „neumodischen Kram“ abzulehnen, obwohl sie sich verblüffend geschickt darin bewegt.) Ihre Antwort: Wenn es Spaß macht, ist es nicht „lernen“.

Es ist also gar nicht einfach, die Lerner-Perspektive einzunehmen. Jedenfalls dann, wenn man es nicht selbst tut, sondern über „Lernen“ nachdenkt und schreibt. Dann verfällt man im Deutschen sofort in die Sicht der Lehrer, auch sich selbst gegenüber: Wie bringe ich das faule Pack dazu zu lernen? Zuckerbrot oder Peitsche? (Einzige Ausnahme ist die leicht überraschte, immer erst im Nachhinein gebrauchte Wendung „Da habe ich wirklich viel gelernt.“)

Im Englischen ist das interessanter Weise nicht so, sagt Graham Attwell. LINK „Learning“ ist da zuerst einmal etwas Selbstbestimmtes, Euphorisches. (> mehr)

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